Am 14. September 2026 wurde in Hannover der Grundstein für den Digital Innovation Campus (DIC) gelegt. An der Ecke Appelstraße/Schneiderberg entsteht ein neues Gebäude für Forschung, Lehre und Transfer rund um Künstliche Intelligenz und IT-Sicherheit. Das L3S wird den Campus gemeinsam mit dem CISPA Helmholtz-Zentrum für Informationssicherheit nutzen. Die Fertigstellung ist für Ende 2028 vorgesehen.
Auf mehr als 4.000 Quadratmetern entstehen moderne Arbeits- und Begegnungsräume, digitale Lern- und Experimentierlabore sowie Flächen für interdisziplinäre Projekte und Ausgründungen. Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 27,2 Millionen Euro, davon übernimmt das Land Niedersachsen rund 21 Millionen Euro.
KI und IT-Sicherheit unter einem Dach
Die Idee für den Campus entstand bereits vor mehr als acht Jahren. Damals entwickelten L3S-Direktor Wolfgang Nejdl und Sascha Fahl, heute Professor am CISPA, das Konzept für einen „Digital Innovation Campus Hannover – Künstliche Intelligenz und Sicherheit“. Nun wird diese Idee Realität.
„Das Besondere an diesem Campus steckt schon im Untertitel von damals: Künstliche Intelligenz und Sicherheit – unter einem Dach“, sagte Nejdl bei der Grundsteinlegung. L3S und CISPA werden künftig direkt nebeneinander forschen und dabei gemeinsame Labore, Projekte und Ausbildungsangebote nutzen.
Die Verbindung beider Forschungsbereiche gewinnt mit der zunehmenden Verbreitung von KI-Systemen weiter an Bedeutung. Insbesondere KI-Agenten, die selbstständig handeln und auf andere Systeme zugreifen können, stellen neue Anforderungen an Sicherheit, Zugriffskontrolle und Überwachung. „Wer KI baut, muss Sicherheit mitdenken. Wer Sicherheit erforscht, muss KI verstehen. Genau dafür wird dieses Gebäude gebaut“, so Nejdl.
Von der Forschung in die Anwendung
Der DIC soll zugleich den Austausch zwischen Wissenschaft und Wirtschaft stärken. Bereits heute arbeiten L3S und CISPA etwa im European Digital Innovation Hub DAISEC gemeinsam mit der Leibniz Universität Hannover, der TU Braunschweig und mehr als 30 weiteren Partnern zusammen. Auch Projekte wie SOOFI, in dem das L3S an offenen europäischen Sprach- und Reasoning-Modellen arbeitet, verbinden Forschung mit konkreten Anwendungen.
Für das L3S fällt die Grundsteinlegung zudem in ein besonderes Jahr: Am 18. September feiert das Forschungszentrum sein 25-jähriges Bestehen. „Heute legen wir den Grundstein für das Gebäude, in dem die nächsten 25 Jahre stattfinden werden“, sagte Nejdl. Ende 2028 soll das L3S in den neuen Campus einziehen.
Foto: Sie legten den Grundstein – von links: Dr. Sebastian Herbeck vom Wirtschaftsministerium, Oberbürgermeister Belit Onay, Bruno Vennes (BHBVT Gesellschaft von Architekten), Wissenschaftsminister Falko Mohrs, Prof. Dr. Wolfgang Nejdl vom Forschungszentrum L3S und LUH-Präsident Prof. Dr. Volker Epping
