ERC Proof of Concept: L3S-Forschung bringt KI schneller in die Anwendung

Gleich zwei Wissenschaftler des L3S erhalten einen ERC Proof of Concept Grant: Prof. Dr. Sören Auer und Prof. Dr. Marius Lindauer werden vom Europäischen Forschungsrat (ERC) gefördert, um Ergebnisse ihrer ERC-geförderten Forschung gezielt in die Anwendung zu überführen. Die Förderung beträgt jeweils 150.000 Euro.

KI-Assistent soll Forschung schneller und präziser machen

Prof. Dr. Sören Auer ist Professor für Data Science and Digital Libraries an der Leibniz Universität Hannover (LUH) und Direktor der TIB – Leibniz-Informationszentrum Technik und Naturwissenschaften und Universitätsbibliothek. In seinem mit dem ERC Consolidator Grant geförderten Projekt „ScienceGraph“ haben L3S und TIB bereits gemeinsam an der KI-unterstützten Analyse wissenschaftlicher Publikationen geforscht.

Sein Proof-of-Concept-Projekt soll nun zeigen, wie diese Forschung in einen nutzbaren KI-Forschungsassistenten umgesetzt werden kann. Der Assistent soll Antworten auf Basis geprüfter Forschungsdaten erstellen, stets die Quellen nennen, die zugrunde liegenden Studien und Methoden überprüfen und Unsicherheiten transparent machen.

Erprobt wird das System in den Material- und Datenwissenschaften, etwa zur Unterstützung bei Versuchsprotokollen oder zur Verbesserung der Reproduzierbarkeit wissenschaftlicher Ergebnisse.

„Innerhalb von zwölf Monaten soll der Assistent einen Reifegrad erreichen, der den Einsatz an Universitäten, Bibliotheken, Forschungseinrichtungen und in der industriellen Forschung und Entwicklung ermöglicht“, sagt Auer „Ziel ist ein vertrauenswürdiger KI-Forschungsassistent, der Forschung schneller macht, ohne wissenschaftliche Genauigkeit zu verlieren.“

AutoML als interaktiver Co-Designer

Prof. Dr. Marius Lindauer ist Professor für Maschinelles Lernen am Institut für Künstliche Intelligenz der LUH. Aufbauend auf seinem ERC Starting Grant möchte er Automated Machine Learning (AutoML) zu einem interaktiven System weiterentwickeln, in dem menschliche Expertise und AutoML eng zusammenarbeiten.

Um das Potential von KI vollständig auszuschöpfen, müssen neue KI-Anwendungen schnell und zuverlässig entwickelt werden. AutoML kann diesen Prozess effizienter gestalten. Die heutigen AutoML-Systeme funktionieren jedoch meist als starre „Black Boxes“. Entwickler können ihr Fachwissen kaum einbringen, die Entwicklung dauert länger, neue Ideen entstehen langsamer und anspruchsvolle KI-Lösungen für komplexe Aufgaben sind schwer umzusetzen.

Das Proof-of-Concept-Projekt „AutoML Co-Designer“ entwickelt einen ersten funktionsfähigen Prototyp für einen neuen Ansatz in der KI-Entwicklung. Ziel ist es, AutoML von einem reinen Automatik-Werkzeug zu einem interaktiven System zu machen, in dem Mensch und Maschine gemeinsam KI-Lösungen entwerfen.

„Wenn dieses Konzept erfolgreich ist, entsteht eine Grundlage für eine neue Art von KI-Entwicklungstools“, sagt Lindauer. „Der Proof of Concept zeigt, wie Ideen schneller in funktionierende Anwendungen umgesetzt werden können. Er eröffnet neue Märkte für spezialisierte KI-Lösungen, die bisher zu aufwändig oder zu teuer in der Entwicklung waren. Damit legt das Projekt den Grundstein für ein marktfähiges Produkt, das Entwicklungsteams hilft, sich Vorteile in der schnell wachsenden KI-Wirtschaft zu sichern.“

Mit den beiden ERC Proof of Concept Grants unterstreicht das L3S erneut seine Stärke in der KI-Spitzenforschung und im Transfer innovativer Methoden in konkrete Anwendungen.