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Beschwerdefrei leben mit App

In Deutschland leidet etwa jeder Dritte an Lebensmittelintoleranzen. Die Betroffenen sind sehr eingeschränkt in der Auswahl von Produkten und stehen jeden Tag vor der Frage, was sie zu sich nehmen dürfen und was nicht. An der Technischen Universität Braunschweig hat das Startup TIOLI eine App entwickelt, die das Leben der Betroffenen im Alltag verbessern soll. Die drei Gründer - die Wirtschaftsingenieurin Ira Saric-Ormuz, der Entwickler Alexander Schacht und der Physiker Thomas Kimmel - werden dafür mit dem EXIST-Gründerstipendium gefördert. Der Mentor des Teams ist L3S-Direktor Prof. Dr. Wolf-Tilo Balke.

In der Regel erhalten Patienten mit diagnostizierten Lebensmittelintoleranzen Listen mit den für sie unbekömmlichen Lebensmitteln und Inhaltsstoffen direkt vom behandelnden Arzt oder aus dem Internet. Allerdings sind diese Listen häufig widersprüchlich, veraltet oder unpräzise. Auch sind Korrelationen von Inhaltsstoffen und Intoleranzen nicht immer eindeutig; so können etwa Personen mit einer Laktoseintoleranz womöglich ein Produkt mit nur geringen Milchmengen problemlos vertragen.

Mit der TIOLI-App können Anwender ihr eigenes Unverträglichkeitsprofil erstellen, Produkt-Barcodes scannen oder alternativ Produkte über eine Text- oder Kategoriesuche finden. In der Datenbank gibt es bereits fast 70.000 Produkte. Bei einer Vielzahl von Produkten zeigt die App den Prozentsatz der Nutzer an, die bei gleichem Profil das Müsli oder die Pizza vertragen haben. Gleichzeitig warnt die App den Nutzer vor kritischen Inhaltsstoffen. Die Anwender können weitere Informationen zu einem gescannten Nahrungsmittel aufrufen und gegebenenfalls um fehlende Angaben ergänzen.

APP

TIOLI will auch den Erfahrungsaustausch der Betroffenen fördern: Deshalb können die App-Nutzer die Verträglichkeit der ausprobierten Produkte bewerten und kommentieren. Mehr als 300.000 Verträglichkeitsbewertungen haben die Anwender schon generiert.

Darauf aufbauend plant das Gründungsteam eine zweite App: ein digitales Ernährungstagebuch, das Ärzte und Patienten bei der Diagnose von Lebensmittelintoleranzen unterstützen soll. Die Betroffenen können ihre konsumierten Produkte schnell und einfach einscannen und anschließend um aufgetretene Symptome ergänzen. Mithilfe von Machine-Learning-Verfahren werden die Tagebuchdaten mit Produkt- und Verträglichkeitsdaten aus der existierenden TIOLI-App sowie externem Wissen über Unverträglichkeiten klassifiziert. Je mehr Daten der Nutzer erfasst hat, desto genauer kann die Zuordnung in eine der klassifizierten Intoleranzgruppen erfolgen.

Schema

Indem die Daten mit behandelnden Ärzten geteilt werden, will das Team die Diagnosefähigkeiten der Ärzte verbessern. Über das digitale Ernährungstagebuch erhalten die Ärzte übersichtlich aufbereitete Daten zur weiteren Analyse und Diagnose. So können sie schnellere und gezieltere Ernährungsempfehlungen ableiten oder weitere Untersuchungen anordnen. Die Betroffenen erhalten insgesamt mehr Sicherheit bei der Ernährung und sparen über die vereinfachte digitale Erfassung messbar Zeit bei der Dokumentation für den behandelnden Arzt.

Das Team plant, das zweite Produkt als ein medizinisches Produkt zu zertifizieren, und legt deshalb großen Wert auf Themen wie Transparenz und Datenschutz sowie eine offene und enge Zusammenarbeit mit Ernährungsberatern und Ärzten.

 

Internetadresse: https://www.tioli-app.com/

 

Kontakt:

Ira Saric-Ormuz

ira@tioli.team

Ira Saric-Ormuz ist die Ideengeberin des Startups TIOLI und verantwortlich für den Bereich Business Development und Marketing.