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Neue Kooperation zu Cybersicherheitsforschung
Cyber Security

Informationssicherheit und Datenschutz sind für die heutige Gesellschaft von zentraler Bedeutung. Sicherheitskritische Infrastrukturen wie die Energie- und Wasserversorgung, das Gesundheitswesen oder Kommunikations- und Transportnetze laufen ständig Gefahr, über fehlerhafte Computersysteme ausspioniert oder sabotiert zu werden. Die leichte Verfügbarkeit umfangreicher Datensätze birgt beispiellose Risiken für die Sicherheit von Unternehmen und für die Privatsphäre jedes Nutzers. Die zugrundeliegenden Fragestellungen sind hochkomplex und erfordern erhebliche Fortschritte in der Forschung zur Informationssicherheit und zum Schutz der Privatsphäre.

Auf diese Situation hat die Bundesregierung mit umfangreichen Investitionen in die Sicherheitsforschung reagiert und – als Leuchtturm -  ein neues Forschungszentrum ins Leben gerufen: das Helmholtz-Zentrum für Informationssicherheit (CISPA) in Saarbrücken. Seit seiner Gründung und der Aufnahme in die Helmholtz-Gemeinschaft im Jahr 2019 hat sich das CISPA zu einer der weltweit führenden Forschungseinrichtungen für Informationssicherheit und Datenschutz entwickelt.

Cybersicherheitsforschung am CISPA            

    

CISPA

Die Aufgabe des CISPA besteht darin, die drängenden und großen Herausforderungen unserer digitalen Gesellschaft im Bereich der Cybersicherheit und des Datenschutzes umfassend und ganzheitlich zu behandeln. Die derzeit 22 leitenden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern kombinieren Grundlagenforschung mit innovativer anwendungsorientierter Forschung, Technologietransfer und gesellschaftlichem Diskurs. Fünf Forschungsbereiche decken das gesamte Spektrum von der Theorie bis zur empirischen Forschung ab: vertrauenswürdige Informationsverarbeitung, zuverlässige Sicherheitsgarantien, Bedrohungserkennung und -abwehr, sichere mobile und autonome Systeme sowie empirische und verhaltensbasierte Sicherheit.

 

Nutzerorientierte Technik

Einer der Gründe, warum wirkungsvolle Informationssicherheit so schwierig zu erreichen ist: Sie  betrifft reale Nutzer und reale Softwaresysteme in der Praxis, nicht in der Theorie. Aus Sicherheitsperspektive handeln Nutzer nicht unbedingt rational. Da die Anwendungen und Systeme, mit denen sie interagieren, ein enormes Maß an Komplexität erreicht haben, können Nutzer kaum einschätzen, was im Hinblick auf Informationssicherheit und Privatsphäre schiefgehen könnte. Verschärft wird dies durch einen gravierenden Mangel an Verständnis, wie Sicherheits- und Datenschutzmaßnahmen durchzuführen sind. Sie werden eher als Hindernis denn als Hilfe betrachtet und daher häufig ignoriert oder umgangen. Nun kann niemand von Nutzern verlangen, dass sie Sicherheitsexperten werden, um ihre Daten erfolgreich schützen zu können. Daher entwickeln CISPA-Wissenschaftler auf dem Gebiet der Usable Security and Privacy Technologien, die sich an den Fähigkeiten und Bedürfnissen ihrer Nutzer orientieren - als Beitrag zur Informationssicherheit in der realen Welt.

 

Niedersachsen fördert Sicherheitsforschung

Die niedersächsische Landesregierung hat die Bedeutung der Forschung zur Informationssicherheit und zum Datenschutz erkannt und stärkt diese Bereiche an der Leibniz Universität Hannover (LUH). Mitte 2020 unterzeichneten das CISPA und die LUH eine Kooperationsvereinbarung über eine Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Informationssicherheit, speziell der Usable Security and Privacy. Gemeinsam mit dem Land Niedersachsen haben CISPA und LUH nun die Gründung einer unselbständigen Betriebsstätte des CISPA in Hannover initiiert. Eingeleitet wird die Zusammenarbeit durch die gemeinsame Berufung von L3S-Mitglied Sascha Fahl, seit 2019 Professor an der LUH und Träger des Heinz Maier-Leibnitz-Preises 2018 der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG). Das Forschungsprofil von Professor Fahl auf dem Gebiet der Cybersicherheit passt hervorragend zum CISPA. Als weiterer Schritt ist für Anfang 2021 die Einrichtung einer Nachwuchsgruppe auf dem Gebiet der Informationssicherheit mit dem Schwerpunkt Industrial Security geplant.

 

Kontakt:

Prof. Dr. Sascha Fahl

Fahl@L3S.de