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Europäische Promotionsprogramme zu KI

International, interdisziplinär und sektorübergreifend promovieren – das bieten die von der EU-Kommission geförderten Europäischen Ausbildungsnetze (ETN). Sie treiben wissenschaftliche Exzellenz und Innovation voran. Und sie bringen Universitäten, Forschungsinstitute, Unternehmen und andere Organisationen aus der ganzen Welt zusammen, um junge Forscher bis zur Promotion auszubilden. Das L3S koordiniert zwei Aubildungsnetze (CLEOPATRA und NoBIAS) und ist an einem weiteren (KnowGraphs) als Partner beteiligt. Bis Ende 2020 beginnen die neuen Doktorandinnen und Doktoranden am L3S mit der Arbeit an spannenden Forschungsthemen im Bereich der künstlichen Intelligenz und kooperieren mit anderen Forschern des jeweiligen ETN.

 

Wissensgraphen für alle

Wie lassen sich Daten besser nutzen? Indem man sie semantisch beschreibt, miteinander verknüpft und dadurch deutlich mehr Kontextinformationen gewinnt. So in etwa funktionieren Wissensgraphen. Sie sind eine Art strukturierte Datenbank, die nicht nur Daten, sondern auch deren Beziehungen zueinander speichert – als Wissen, das Mensch und Maschine richtig interpretieren und nutzen können, um eine höhere Qualität bei Entscheidungen und komplexen Prozessen zu erzielen. Daher gelten Wissensgraphen als Schlüsseltechnologie etwa für Suchanfragen, digitale Assistenten und für weitere Anwendungen der künstlichen Intelligenz. Bislang sind es vor allem die großen Digitalunternehmen, die Wissensgraphen einsetzen. Das Ziel des ETN Knowledge Graphs at Scale (KnowGraphs) ist es, Wissensgraphen so zu skalieren, dass sie für einen breiteren Anwenderkreis - vom KMU bis zum privaten Endnutzer - leichter zugänglich sind. Im ETN werden sich 15 Doktoranden interdisziplinär mit der Erforschung und Entwicklung neuartiger Methoden, Modelle und Frameworks befassen.

https://kg.codezen.net/

Kontakt:

Dr. Maria Koutraki

koutraki@L3S.de

Maria Koutraki ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am L3S und leitet das ETN KnowGraphs.

 

Große Ereignisse besser verstehen

Mit der Integration Europas steigt auch die Zahl der Ereignisse, die über Sprach- und Staatsgrenzen hinaus einen großen Einfluss auf die Gesellschaft haben - in den letzten zehn Jahren vor allem die Flüchtlingskrise und Terroranschläge. Die Folge ist eine digitale Flut an Informationen, die sich aber je nach Quelle unterscheiden, da sie bestimmte gesellschaftsspezifische Aspekte widerspiegeln, kulturspezifische Bezüge enthalten, Meinungen wiedergeben und auch unvollständige oder nicht-repräsentative Daten enthalten können. Die Doktoranden des ETN Cross-lingual Event-centric Open Analytics Research Academy (CLEOPATRA) wollen die sprachübergreifende Verarbeitung von textlichen und visuellen Informationen zu wichtigen aktuellen Ereignissen deutlich erleichtern und entwickeln innovative Methoden für einen effizienten und intuitiven Zugang zu mehrsprachigen Informationen und für Interaktionsmöglichkeiten. Die Ergebnisse werden verständlich aufbereitet und richten sich insbesondere an Journalisten, Wissenschaftler und Nutzer von Bibliotheken und Archiven.

http://cleopatra-project.eu/

Kontakt:

Dr. Elena Demidova

demidova@L3S.de

Elena Demidova ist Forschungsgruppenleiterin am L3S und ETN-Koordinatorin von CLEOPATRA

 

KI verantwortungsvoll gestalten

Auf künstlicher Intelligenz (KI) basierende Systeme werden heute in großem Umfang eingesetzt, um Entscheidungen zu treffen, die weitreichende Auswirkungen auf den Einzelnen und die Gesellschaft haben. Aber KI-Entscheidungen bergen Risiken und können Diskriminierungen erzeugen, etwa bei der Vergabe von Arbeitsplätzen oder Krediten. Der Grund: In allen KI-basierten Entscheidungsprozessen können Verzerrungen auftreten, immer wenn Daten gesammelt werden, wenn Algorithmen Daten in Entscheidungsfindungskapazität umwandeln oder wenn die Ergebnisse in Anwendungen genutzt werden. Das ETN Artificial Intelligence without Bias (NoBIAS) verfolgt das Ziel, die rechtlichen, gesellschaftlichen und technischen Herausforderungen der Verzerrung bei der Entscheidungsfindung mit KI zu verstehen. Die 15 Doktoranden im NoBIAS-ETN werden neue Methoden für eine unvoreingenommene Entscheidungsfindung auf der Basis von KI entwickeln, indem sie ethische und rechtliche Überlegungen bei der Gestaltung technischer Lösungen berücksichtigen.

https://www.l3s.de/en/projects/nobias

Kontakt:

Prof. Dr. Eirini Ntoutsi

ntoutsi@L3S.de

Eirini Ntoutsi ist L3S-Mitglied und ETN-Koordinatorin von NoBIAS