Sprachen

L3S Research Center -  RSS Feeds

Sie sind hier

Startseite

Die Zukunft ist schon da. Zahlreiche Gäste beim Parlamentarischen Abend des L3S

Montag, Oktober 31, 2016 - 10:12

Wie verändert der digitale Wandel Gesellschaft, Politik und Wirtschaft? Diese Frage stand im Mittelpunkt eines Parlamentarischen Abends, zu dem das Forschungszentrum L3S und seine Partner am Mittwochabend unter anderem die Abgeordneten des Niedersächsischen Landtags gebeten hatte. Über 80 Gäste waren der Einladung in die Kuppelhalle des Landesmuseums Hannover gefolgt.

Anlass war die Ausschreibung der Bundesregierung zur Gründung eines Deutschen Internet-Instituts. Das L3S ist mit seinen Forschungspartnern unter den fünf Finalisten des Wettbewerbs und erarbeitet gerade einen Vollantrag. Ziel des Abends war daher, aktuelle Themen der Digitalisierung und ihrer Auswirkungen vorzustellen und zu diskutieren, darunter Big Data, Industrie 4.0, Personalisierte Medizin und Mobilität der Zukunft.

In seinem Grußwort hob der Präsident des Niedersächsischen Landtages, Bernd Busemann, die wichtige Rolle des L3S auf dem Gebieten Web, Internet und Digitalisierung hervor. Er betonte die Bedeutung des Austauschs von Parlamentariern und Wissenschaftlern, der noch nicht so selbstverständlich sei, wie er angesichts von Digitalisierung und Industrie 4.0 sein sollte. Auch mahnte er, dass es erforderlich sei, die Menschen auf dem Weg der Digitalisierung nicht zu verlieren und neue Entwicklungen verständlich zu machen – das gelte sowohl für die Politik als auch für die Wissenschaft.

Die Niedersächsische Ministerin für Wissenschaft und Kultur, Dr. Gabriele Heinen-Kljajiĉ, unterstrich in ihrem Grußwort die große Bedeutung der Digitalisierung und ihrer Auswirkungen, ebenso wie die umfassenden Forschungen zu allen Aspekten der Digitalisierung, um eine Zukunft mitzugestalten, in der Mensch und Gesellschaft im Mittelpunkt stehen. Angesichts der wichtigen Rolle der interdisziplinären Forschung auf diesem Gebiet betonte die Ministerin ihre umfassende Unterstützung für die niedersächsische Initiative Deutsches Internet-Institut sowie für  das L3S und seine Partner bei dieser Antragstellung.

In seinem Eingangsvortrag stellte Prof. Wolfgang Nejdl, geschäftsführender Direktor des L3S, anhand von Medienberichten dar, in wie weit  die Digitalisierung unseren Alltag und unsere Arbeitswelt bereits verändert und noch viel stärker verändern wird. Die vielen offenen Fragen, die sich im Kontext von Internet und Digitalisierung stellen, könnten nur durch interdisziplinäre Vernetzung starker Partner beantwortet werden. Gemeinsam mit seinen Forschungspartnern bilde das L3S ein solches interdisziplinäres Netzwerk, das bereits in vielen Forschungsprojekten aktiv sei und gemeinsam mit diesen am Konzept für ein Deutsches Internet-Institut arbeite.  

Was können Recht und Rechtswissenschaft zur Entwicklung des Internet in Deutschland und Europa beitragen? Mit dieser Frage befasste sich Prof. Nikolaus Forgó, Jurist und ebenfalls Direktor des L3S, in seinem Impulsvortrag. Auf den ersten Blick lautet die Antwort: Ja. Anhand der Rechtsprechung und Gesetzgebung werde bei genauerem Hinsehen deutlich: So einfach ist es nicht. An drei Beispielen des Datenschutzrechts zeigte Prof. Forgó, dass Sein und Sollen nicht das Gleiche sei. Die zwei Grundversprechen der europäischen Datenschutzgrundverordnung würden nicht eingehalten: Weder gelte „One Continent – one Law“ noch gebe es klare, einheitliche Regelungen. So können Recht und Rechtswissenschaft allein wenig ausrichten. Erforderlich sei vielmehr interdisziplinäre Zusammenarbeit,

Im Anschluss stellten sechs Redner aus sechs Disziplinen die zentralen Fragen vor, die im DII-Antrag als Leitthemen interdisziplinäre Forschung inspirieren und leiten sollen. Abschließend tauschten sich Wissenschaftler und Gäste in persönlichen Gesprächen aus. In einer begleitenden Posterausstellung präsentierten das L3S und seine Partner aktuelle Forschungsprojekte zu den vorgestellten Themen und trafen auf großes Interesse der Anwesenden, die bis weit nach 22.00 Uhr die Zukunft der Digitalisierung und ihre Bedeutung für Deutschland sowie zu bearbeitende Forschungsfragen diskutierten.