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Cyberkriminalität: Deutschlandweite Befragung von 5.000 Unternehmen startet

Während in Deutschland in den letzten Jahren in vielen Kriminalitätsbereichen sinkende Fallzahlen zu verzeichnen sind, gehören Cybercrime-Delikte zu einem wachsenden Phänomen. Insbesondere Unternehmen stehen dabei im Fokus von Cyberkriminellen. Betroffene Unternehmen erleben häufig enorme finanzielle oder wettbewerbliche Nachteile als Folge. Besonders den kleinen und mittelständischen Unternehmen mangelt es dabei oftmals am Bewusstsein für mögliche Gefahren durch Cyberangriffe sowie an Ressourcen, IT-Sicherheit effektiv zu implementieren.

Die Initiative „IT-Sicherheit in der Wirtschaft“ des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie fördert aus diesem Grund derzeit ein Vorhaben des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen e.V. (KFN) und des Forschungszentrums L3S der Leibniz Universität Hannover, welches darauf abzielt, die Lage der IT-Sicherheit in Bezug auf Cyberangriffe in Deutschland umfassend zu untersuchen und Handlungsempfehlungen für Unternehmen und staatliche Behörden zu entwickeln. In diesem Zusammenhang startet nun die bislang größte deutschlandweite Befragung von 5.000 Unternehmen zu diesem Thema, die im Auftrag des KFN vom renommierten Umfrageinstitut Kantar EMNID durchgeführt wird. „Es ist zu wenig darüber bekannt, in welchem Ausmaß Unternehmen von Cyberangriffen betroffen sind, wie sie darauf reagieren und vor allem, wie sie sich effektiv schützen können“ erklärt Arne Dreißigacker, der Projektleiter der Untersuchung. Die Erfahrung und Erwartungen von Unternehmen sind Inhalt der repräsentativen telefonischen Befragung. Der Fokus der Untersuchung liegt dabei auf kleinen und mittelständischen Unternehmen. Diese machen den überwiegenden Teil der Wirtschaft in Deutschland aus und verfügen meist über keine eigene IT-Abteilung. Dabei können Cyberangriffe Schäden verursachen, die für kleinere Unternehmen schnell existenzgefährdend werden.


Zur Studie
Das KFN führt zusammen mit dem Forschungszentrum L3S der Universität Hannover von Dezember 2017 bis November 2020 eine umfangreiche Studie zum Thema „Cyberangriffe gegen Unternehmen" durch. Das Projekt wird finanziert durch die Initiative „IT-Sicherheit in der Wirtschaft“ des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (www.it-sicherheit-in-der-wirtschaft.de) sowie durch eine Zusatzförderung der VHV-Stiftung und von PricewaterhouseCoopers. Neben einer großangelegten repräsentativen Befragung von 5.000 Unternehmen wird durch Feldstudien analysiert, wie gut bestehende Handlungsleitlinien von den jeweiligen ITBeauftragten in Unternehmen umgesetzt werden können und wie diese bei Vorfällen vorgehen, um Angriffe richtig zu erkennen und entsprechend zu reagieren.