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CARISMAND

CARISMAND beschäftigt sich mit den Fragen der Vorsorge von, der Reaktion auf und der Nachsorge von Katastrophensituationen, wobei der kulturelle Hintergrund der einzelnen Personen sowie der Gemeinschaft beachtet werden sollen. Kultur wird hierbei als eine Reihe von Eigenschaften einer bestimmten Gruppe von Menschen verstanden, die sich durch verschiedene Werte, Geschichte, Literatur, Sprache und Religion bis hin zur lokalen Küche sowie durch soziale Gewohnheiten oder Musik und Kunst definiert. Da kulturelle Faktoren eine wichtige Rolle in dem Verhalten von Personen in Stresssituationen, im Krisenmanagement und in der Akzeptanz von Katastrophenhilfe in einem Notfall spielen, ist ein Katastrophenmanagement, welches sich über lokale kulturelle Faktoren bewusst ist, diese Respektiert und einbezieht, möglicherweise Effektiver und kann gemeinschaftliche Kapazitäten zur Katastrophenbewältigung verbessern. CARISMAND versucht diese Faktoren zu identifizieren, erkundet bestehende Möglichkeiten um Katastrophenrichtlinien und -verfahren zu verbessern und wird ein innovatives und dynamisches Toolkit entwickeln, welches es Katastrophenmanagern und anderen Beteiligten erlaubt, kulturbewusste Praktiken zu benutzen. Das Projekt wird außerdem eine Feedbackfunktion für Katastrophenmanager, anderen Beteiligten und Bürgern entwickeln, um bewährte, in der Kultur akzeptierte, Verfahren nachhaltig zu etablieren.

Beschreibung

Einführung

Die Wahrnehmung von Risiken oder die Bewältigung von Katastrophen ist nicht immer objektiv. Meistens spielen soziale und kulturelle Faktoren in solchen Szenarien eine bedeutende Rolle. CARISMAND zielt darauf ab, einen Wissensbestand anzuhäufen und ein Toolkit zu entwickeln, mit dem politische Entscheidungsträger und Stakeholder, die im Katastrophenmanagement involviert sind, bei der Einbeziehung kultureller Faktoren in Katastrophensituationen unterstützt werden sollen. Indem die bestehenden Lücken identifiziert werden, die derzeit in solchen Szenarien bei dem Umgang mit kulturellen Feinheiten bestehen, setzt CARISMAND bei der Entwicklung mit einem multidisziplinären Ansatz an, einem Austausch zwischen Katastrophenschützern und Bürgern, sowie mit der Einführung von Prüfungs- und Weiterentwicklungsansätzen für Best Practice Lösungen im Katastrophenschutz, die kulturelle Ansätze einbeziehen.

 

Motivation

Katastrophen – Natur-, menschengemachte- oder technische Katastrophen – beeinflussen direkt die Menschenrechte der betroffenen Bevölkerung. So beeinträchtigt, ein durch eine Flut zerstörtes Haus das Recht auf eine Unterkunft. Weitere Nachwirkungen der Katastrophen können folgen: Nahrungsmangel, Krankheiten, etc., welche ausnahmslos andere Menschenrechte beeinträchtigen wie das Recht auf Nahrung oder Gesundheit. Auch wenn natürliche und von Menschen verursachte Katastrophen seit langem in der Geschichte existieren, begannen erst vor kurzem Diskussionen über die Menschenrechtsdimension einschließlich eines kulturellen Perspektive. Oft werden die kulturellen Aspekte, die Risikowahrnehmung, die Emotionen und das Risikoverhalten der Bürger im Kontext von künstlichen, natürlichen und technischen Katastrophen prägen und beeinflussen können, übersehen. So fehlt es an theoretischem Verständnis dafür, wie kulturelle Faktoren in Katastrophenpolitik und -prozesse integriert werden und wie diese zur Verbesserung des Katastrophenmanagements genutzt werden könnten.

Ziel dieses Projektes ist es, durch die Analyse der Lücke zwischen dem aktuellen Rechtsrahmen, den Richtlinien, den Vorschriften und den tatsächlichen Verfahren in den verschiedenen europäischen Ländern, die Einbeziehung von kulturellen Aspekten im Katastrophenmanagement zu analysieren und neue Ansätze vorzuschlagen, die kulturelle Aspekte beinhalten. Die erwarteten Ergebnisse sollen helfen, die Bedürfnisse der verschiedenen Kulturen während der Katastrophenhilfe besser zu verstehen. So soll die Reaktionszeit verbessert werden, die Todesopfer reduziert und damit die Gesamteffektivität derjenigen erhöht, die auf Katastrophen reagieren, indem sie kulturellen Faktoren identifizieren, sowie wichtige Einsichten und spezifische Kommunikationsstile die für die spezifische Kulturgruppe in Katastrophensituationen relevant sind.

Durch die Analyse, wie emotionale, psychologische und soziale Bedürfnisse sowie kommunale Stärken und Bewältigungsfähigkeiten, die bei Katastrophen erforderlich sind, die Art und Weise beeinflussen können, wie städtische Gemeinden sich vorbereiten, reagieren, sich während einer Katastrophe engagieren und davon erholen, will das Projekt einen Rahmen für die Verbesserung der Katastrophenschutzpolitik schaffen. Verbesserungen könnten vor allem durch eine proaktive Ausrichtung auf die Bedürfnisse der Bürger sowie der Katastrophenmanager, Ersthelfer und lokale Sicherheitsbehörden erreicht werden.

 

Herausforderungen & Highlights

Die wichtigste Herausforderung für L3S ist es, die Rechtslage der Bürgerinnen und Bürger in Katastrophensituationen, insbesondere in Bezug auf Menschenrechte, Datenschutzrechte und jegliche Form von kulturellen Rechten, zu untersuchen und zu erforschen, wie diese Rechte, insbesondere die kulturellen Rechte, umgesetzt werden. Am Ende werden politische Empfehlungen an die Europäische Kommission und andere politische Entscheidungsträger zur Reform des derzeitigen Rahmens gerichtet.

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