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Mobilität von morgen - vom Konzept zur Realdemonstration
Dynamisch konfigurierbare Fahrzeugkonzepte für zukünftige Mobilitätsanwendungen ©Petia Krasteva / TU Braunschweig

DIH Partner Stellen sich vor: Niedersächsisches Forschungszentrum Fahrzeugtechnik

Nachhaltigkeit und Mobilität scheinen aktuell noch gegensätzliche Begriffe zu sein. Fahrzeuge, die nicht mit fossilen Brennstoffen angetrieben werden, spielen bislang eine untergeordnete Rolle.  Autonom fahrende Autos im Straßenverkehr und innovative Sharingkonzepte klingen noch nach Zukunftsvision. Um diese Konzepte Realität werden zu lassen, braucht es gut durchdachte Lösungen. Am Niedersächsischen Forschungszentrum Fahrzeugtechnik (NFF), einem Zentrum der Technischen Universität Braunschweig mit 38 Instituten aus fünf Fakultäten, wird im gesamten Spektrum der Mobilität daran geforscht. 

In den NFF-Forschungsfeldern Flexible Fahrzeugkonzepte und Fahrzeugproduktion und Intelligentes und vernetztes Fahren bieten sich hervorragende Möglichkeiten der Zusammenarbeit mit Schwerpunkt auf der Entwicklung neuartiger Mobilitätsträger. Im EFRE-Innovationsverbund autoMoVe werden dynamisch konfigurierbare autonome Fahrzeuge entwickelt. Sie bieten die Möglichkeit, während des Einsatzes ihren Aufbau zu wechseln und lassen sich somit optimal an verschiedene Anwendungsfälle, etwa den Personen- oder Gütertransport, anpassen.

Die Entwicklung der hochmodularen Fahrzeuge erfolgt zunächst virtuell - unter anderem durch den Einsatz von Virtual-Reality-Technologie (VR). Neben der rein virtuellen Darstellung der Fahrzeuge existiert mit der Mixed Reality eine Mischform, in der reale Versuchsträger mit virtuellen Komponenten überlagert werden. „Das Ziel ist, alles möglichst realistisch erscheinen zu lassen, damit die Fahrzeugprototypen bereits frühzeitig im Produktentstehungsprozess kontrolliert werden können“, erklärt Christian Raulf vom NFF. Die erdachten Konzepte können anschließend auf virtuellen Prüfständen simuliert und mit Hilfe realer Versuchsfahrzeuge ausgewertet werden. 

Einer dieser Fahrzeugversuchsträger ist PLUTO (PLattform for future Urban Mobility and TranspOrt). Die Fahrplattform erlaubt die reale Umsetzung der entwickelten Konzepte. Bei dem elektrifizierten Fahrzeug handelt es sich um ein sogenanntes „rolling chassis“, das alle Elemente des Antriebs und des Fahrwerks aufnimmt und mit verschiedenen Aufbaumodulen bestückt werden kann. So kann das Fahrzeug für unterschiedliche Anwendungsfälle eingesetzt werden.

Fahrzeugversuchsträger PLUTO mit prototypischem Aufbau eines Logistikfahrzeugs ©Adrian Sonka / TU Braunschweig
Fahrzeugversuchsträger PLUTO mit prototypischem Aufbau eines Logistikfahrzeugs ©Adrian Sonka / TU Braunschweig

Eine geplante Anwendung ist die Umsetzung eines Personenshuttles im Rahmen der Initiative „Circle2Circle“. Den vollautomatisierten Fahrbetrieb im öffentlichen Straßenverkehr wollen die beteiligten Wissenschaftler am Forschungsflughafen in Braunschweig demonstrieren. Dafür übertragen sie Erkenntnisse  aus dem autoMoVe-Projekt bezüglich des Fahrzeugkonzepts und der entwickelten Algorithmen des automatisierten Fahrens von der Simulation in die Realität. Das vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur geförderte Verbundforschungsprojekt VanAssist hat bereits den Anwendungsfall eines automatisierten Logistikfahrzeugs umgesetzt und erfolgreich in der Realfahrt demonstriert: Bei einer Lieferfahrt lief das Fahrzeug vollautomatisiert und fuhr in Kooperation mit dem Zusteller verschiedene Lieferstopps an. So kann der Zustellprozess in Zukunft effizient unterstützt werden. 

Die Zukunftsvisionen von nachhaltigen autonomen Fahrzeugen scheinen also gar nicht so utopisch wie gedacht. Für die Entwicklung hochvernetzter autonomer Fahrzeugkonzepte und derer Fahrfunktionen ist eine fachübergreifende Zusammenarbeit unter Einsatz virtueller Toolketten und Realerprobungen erforderlich. Die interdisziplinäre Zusammenarbeit am NFF ermöglicht es, diesen ganzheitlichen Entwicklungsprozess abzubilden. 

 

https://www.tu-braunschweig.de/nff 

Kontakt: 

Christian RaulfDipl.-Ing. Christian Raulf 

c.raulf@tu-braunschweig.de 

Christian Raulf ist Koordinator für den EFRE-Innovationsverbund autoMoVe und für das Forschungsfeld Flexible Fahrzeugkonzepte und –produktion.  

 

Adrian SonkaDr.-Ing. Adrian Sonka 

a.sonka@tu-braunschweig.de 

Adrian Sonka ist Geschäftsführer des NFF im EIT Urban Mobility am NFF und Leiter des Teams "Perzeption, KI & Testen" am Institut für Fahrzeugtechnik der TU Braunschweig. 
 

 

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