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Künstliche Intelligenz im Handwerk
Werkzeug (c) AdobeStock 349148423

DIH Partner stellen sich vor: Heinz-Piest-Institut für Handwerkstechnik (HPI) 

Auch im Handwerk findet künstliche Intelligenz (KI) Anwendung. Den meisten Betrieben fehlt es jedoch am notwendigen Fachwissen, um KI-Potentiale erkennen und nutzen zu können. Das 2019 gestartete Verbund-Forschungsprojekt Kompetenzen über KI aufbauen (KomKI), das vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) gefördert wird, entwickelt deshalb in sogenannten Lern- und Experimentierräumen hybride KI-Qualifikationsbausteine für den Einsatz von KI in kleinen und mittleren Unternehmen (KMU). Das Angebot richtet sich an unterschiedliche Zielgruppen wie Unternehmer, Führungskräfte und Beschäftigte sowie Betriebsräte und Berater intermediärer Organisationen. Ein Projektpartner von KomKI ist das Heinz-Piest-Institut (HPI) für Handwerkstechnik an der Leibniz Universität Hannover, das auch Partner des vom Forschungszentrum L3S koordinierten Digital Innovation Hub (DIH) für KI und Cybersicherheit ist. 

KI-Werkstatt 

Ergänzt wird dieses Angebot durch das Transferformat KI-Werkstatt, das exklusiv für den Wirtschaftsbereich Handwerk entwickelt wird und die spezifischen Anforderungen für den Einsatz von künstlicher Intelligenz im Betrieb methodisch übersetzen und erproben will. Das Angebot baut auf die im Jahr 2016 entstandene Digitalisierungswerkstatt auf, die die Innovationskompetenz von KMU im Handwerk stärkt und ihre digitale Transformation unterstützt. Sie ist mittlerweile ein bundesweit anerkanntes Referenzmodell für den Wissenstransfer. Die KI-Werkstatt wird einen innovativen Rahmen schaffen, in dem mehrere Betriebe zusammen mit Multiplikatoren aus Handwerksorganisationen sowie KI-Experten aus Kompetenzzentren und der IT-Wirtschaft ihre individuellen Problemfelder identifizieren und daraus Anwendungsmöglichkeiten für KI ableiten können. Die abgeleiteten Maßnahmen sollen dabei konzeptionell auf die Zielgruppe und ihr Umfeld ausgerichtet und anhand eines angepassten Methodenmix praktisch umgesetzt werden. Ziel ist, dass Handwerksbetriebe durch die Nutzung von KI-Tools und Prozessanpassungen leistungsfähiger werden. Zudem sollen sie lernen, ihre Mitarbeiter stärker einzubinden und damit besser zu fördern, um die gesamte Innovationskultur zu stärken. Darüber hinaus sollen die Ressourcen der Betriebe durch die Vernetzung der Akteure sowie Überbrückung bestehender Grenzen, zum Beispiel zwischen Wissenschaft und Handwerk, optimiert werden.  

IT-Sicherheitsbotschafter 

Eine weitere Maßnahme zur Unterstützung des Handwerks bei Digitalisierungsfragen, speziell zum Thema IT-Sicherheit, ist das im Rahmen eines Verbundprojekts entwickelte Qualifizierungskonzept IT-Sicherheitsbotschafter (IT-SIBO). Die qualifizierten IT-SIBO sensibilisieren mit ihrer Arbeit als Multiplikatoren die Unternehmen für das Thema IT-Sicherheit und sollen ihren Grundschutz erhöhen. Hierzu stehen sie den Unternehmen mit Kenntnissen zur Branche, zu Anforderungen an Klein- und Kleinstbetriebe sowie zu pragmatischen Lösungsansätzen bei der Umsetzung von IT-Sicherheitsmaßnahmen zur Seite. Die Ausbildung umfasst drei jeweils dreitägige aufeinander aufbauende Seminare. Bisher haben sich über 50 Berater in der Handwerksorganisation zum IT-SIBO qualifiziert. Für die Beauftragten für Innovation und Technologie im Handwerk mit dem Schwerpunkt Digitalisierung ist diese Ausbildung seit 2020 verpflichtend.  

   

Ablauf und Inhalte der Qualifikation zum IT-Sicherheitsbotschafter
Ablauf und Inhalte der Qualifikation zum IT-Sicherheitsbotschafter

Die vorgestellten Angebote des HPI zur Unterstützung der Digitalisierung des Handwerks sind Teil  des Digital Innovation Hub (DIH) für KI und Cybersicherheit und werden auch in das Arbeitsprogramm des beantragten European Digital Innovation Hub der Metropolregion Hannover Braunschweig Göttingen Wolfsburg aufgenommen. Synergien, die durch den Austausch zwischen Wissenschaft und Handwerk entstehen, stehen dabei besonders im Fokus. 

Das Heinz-Piest-Institut (HPI) für Handwerkstechnik 

Das HPI für Handwerkstechnik an der Leibniz Universität Hannover ist eine von fünf Forschungs- und Dienstleistungseinrichtungen, die im Deutschen Handwerksinstitut e. V. zusammengeschlossen sind. Das HPI wurde 1950 als „Handwerkstechnisches Institut“ gegründet und stellt die wissenschaftliche Begleitung für den Bereich Technik und Qualifizierung im Handwerk sicher. Mit den Zuwendungsgebern aus Handwerk und Politik stimmt das HPI alle zwei Jahre ein Forschungs- und Arbeitsprogramm ab. Die institutionell geförderte Arbeit wird durch Drittmittelprojekte im Wissens- und Technologietransfer unterstützt - seit 2016 mit Fokus auf der digitalen Transformation. Das Handwerk teilt sich in ganz unterschiedliche Gewerke auf. Das heißt: Für eine zukunftsfähige Wettbewerbsstrategie und eine starke Marktposition der Betreibe ist es notwendig, die Chancen und Herausforderungen der Digitalisierung individuell und bedarfsorientiert zu prüfen. Das HPI beschäftigt sich daher mit schlagkräftigen Partnern in Drittmittelprojekten mit dem Zukunftsthema KI und der IT-Sicherheit als Grundvoraussetzung von Digitalisierungsmaßnahmen.   

 

Internet: https://hpi-hannover.de 

 

Kontakt:  

Dipl.-Ing. Walter PirkWalter Pirk 

pirk@hpi-hannover.de 

Walter Pirk ist Diplom-Ingenieur am Heinz-Piest-Institut für Handwerkstechnik und Ansprechpartner für künstliche Intelligenz und den European Digital Innovation Hub.

 

 

Heinz Piest Institut für Handwerkstechnik

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