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Managed Forgetting

Die heutige Informationsflut erschwert es immer mehr, sich auf die wirklich relevanten und wichtigen Dinge zu konzentrieren. Dies gilt in immer stärkerem Maße auch für das Personal Information Management im professionellen und privaten Kontext. Hier werden neuartige Ansätze benötigt, welche die aktuellen Praktiken der Informationssammlung und –verwaltung in Frage stellen und eine bessere Unterscheidung zwischen wichtiger und unwichtiger Information unterstützen. Durch den selektiven und adaptiven Mechanismus des Vergessens ist der menschliche Verstand sehr effektiv darin, sich auf die wichtigen Dinge zu konzentrieren. Es soll daher untersucht werden, was wir vom menschlichen Vergessen für effektivere Methoden zur Unterstützung von Wissensarbeitern im Umgang mit Information lernen können.

Beschreibung

Im Rahmen des DFG Schwerpunktprogramms “Intentional Forgetting”, untersucht das Projekt „Sustaining Grass-roots Organizational Memories: Foundations and Methods of Managed Forgetting for Knowledge Workers“ oder kurz „Managed Forgetting“, wie Wissensarbeiter durch „vergessliche“ Methoden unterstützt werden können. Grundlage hierfür bildet dabei ein grass-roots Ansatz zum Wissensmanagement, bei dem die Sammlung, Organisation und Nutzung von Wissen in die täglichen Aktivitäten des Wissensarbeiters eingebettet sind.

 

In enger interdisziplinärer Zusammenarbeit zwischen den Bereichen (a) Kognitionswissenschaften (b)  Wissensmanagement (c) Informationsanalyse und –retrieval erforscht das Projekt zu diesem Zweck das Konzept des “Managed Forgetting”, einer evidenz-basierten Methode des intentionalen Vergessens, welche die Notwendigkeit zur expliziten Formulierung einer Intention umgeht. Ziel ist es dabei erfolgreiche kognitive Mechanismen des menschlichen Gedächtnisses und insbesondere die fokussierende Kapazität des Vergessens effektiv in die digitale Welt zu übertragen. Dabei sollen die entwickelten Mechanismen das menschliche Vergessen und Erinnern nicht einfach kopieren sondern sinnvoll ergänzen. Im Projekt werden hierfür die folgenden Teilziele verfolgt:

 

  1. Erarbeitung der Grundlagen für Managed Forgetting in enger interdisziplinärer Zusammenarbeit der beteiligten Teams
  2. Erforschung von Methoden zur Informationsbewertung, welche als Basis für Managed Forgetting die aktuelle Wichtigkeit von Ressource und Konzepten analysieren
  3. Entwicklung von „vergesslichen“ Methoden für den Informationzugriff (z.B. Information Hiding, Reduktion, Aggregation), welche eine alternative zu den dominierenden „keep-it-all“ Ansätzen darstellen
  4. Erweiterung der Ideen von Managed Forgetting auf Gruppen von Wissensarbeitern (Group Memory vs. Individual Memory)
  5. Vertiefung des Verständnisses der kognitiven Prozesse, welche Managed Forgetting zugrunde liegen, insbesondere der Prozesse im Kontext von saving-enhanced Memory
  6. Erforschung der Effekte von Managed Forgetting auf den Benutzer und Analyse der Interaktionen zwischen menschlichem und digitalem Vergessen in einem übergreifenden Modell des Vergessens
Team
Research area
Intelligent Access to Information
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